Die awisu Historie – ein persönlicher Rückblick von Ulla Domke
Geht es auch anders?!
Um das Jahr 2010 herum war ich ziemlich frustriert. Ich war seit über 10 Jahren als Organisationsberaterin tätig und hatte das Gefühl, da läuft etwas grundsätzlich falsch in den Unternehmen und öffentlichen Organisationen. Ich erlebte so viel menschliche Potenzialverschwendung und so viel unerwachsenes Verhalten. Das musste doch anders gehen! Das war doch nicht das, was Menschen konnten und wollten!
Ich wollte daran mitwirken, Alternativen zu entwickeln, andere Formen von Führung und Zusammenarbeit, die Menschen in ihrem erwachsenen Expertentum ernster nehmen und flexiblere Formen von Kooperation ermöglichen.
Neues entwickeln!
Neues entwickeln!
Die Idee war: Ein Forschungsinstitut zu gründen, das sich genau mit diesen Fragen beschäftigt.
Das wollte ich nicht alleine tun. So sprach ich meinen Kollegen Martin Granica an, der sich auf das Abenteuer einließ und wir gründeten 2012 zusammen die „awisu Forschungsgenossenschaft“ (awisu steht dabei für Anwendungswissen für Unternehmen). Wir wollten Unternehmer:innen zusammenbringen, die Lust haben, dieses Projekt zu unterstützen und dann – ergänzt durch Forschungsfördermittel – wissenschaftliche Studien zum Thema durchzuführen.
Doch das mit den Forschungsfördermitteln stellte sich bald als illusorisch heraus, ohne Verbindungen zu einer Universität gab es dafür quasi keine Möglichkeiten.
Zusammen mit den Unternehmer:innen!
Zusammen mit den Unternehmer:innen!
Am Thema interessierte Unternehmer fanden wir hingegen recht schnell – doch sie hatten weniger Interesse an langwierigen Forschungsstudien als an praktischer Unterstützung in ihrem eigenen Transformationsprozess.
So wurde die awisu ein etwas anderes Forschungsinstitut:
Wir versorgten die Unternehmer (zu Beginn waren es ausschließlich Männer) mit inhaltlichen Impulsen zum Thema, sie begannen, Dinge umzusetzen – und wir unterstützten sie dabei, ihre Erfahrungen in unserer Runde zu reflektieren und ihren Weg weiterzugehen. Manche Unternehmen begleiteten wir auch zusätzlich direkt vor Ort. Und alle diese Erfahrungen flossen wieder in den regelmäßigen Austauschrunden zusammen: Wir machten nun also Umsetzungsforschung!
Wir sind jetzt „in“!
Wir sind jetzt „in“!
Um das Jahr 2015 wurde das Thema dann unter den Stichworten „New Work“ und „Agilität“ zu einer großen, weltweiten Bewegung – und der awisu-Kreis wuchs.
2018/19 gab es dann einen Wechsel im Vorstand der awisu: Martin Granica ging beruflich andere Wege und Regine Töpfer trat an seine Stelle.
Bis dahin hatten wir uns auf die Ansprache und Zusammenarbeit mit Unternehmensgestalter:innen konzentriert – denn sie sind diejenigen, die einen solchen Umgestaltungsprozess ihrer Organisation entscheiden und vorantreiben müssen.
Doch ohne ihre Führungskräfte und letztendlich die Unterstützung aller Mitarbeitenden funktioniert ein solch tiefgreifender Change nicht.
ALLE sind eingeladen mitzumachen!
ALLE sind eingeladen mitzumachen!
2020 haben wir daher begonnen, über die „awisu-Akademie“ zusätzliche Austausch- und Impuls-Angebote für diese Zielgruppen anzubieten – und sind von Corona erst einmal unsanft ausgebremst worden … 2022 ging es dann endlich richtig los:
Mit unseren ersten unternehmensübergreifenden Austausch-Gruppen für Teamleitungen und einer vierteiligen Reihe von Impuls-Veranstaltungen für alle interessierten Mitarbeitenden – aus den awisu-Mitgliedsunternehmen und darüber hinaus.
Hin zum Kompetenz-Zentrum und Austauch-Ort
Kompetenz-Zentrum und Austauch-Ort
Heute finden alle Angebote unter dem einen Dach der awisu statt. Inzwischen auch nicht mehr als Genossenschaft (die Hürde der Mitgliedschaft hat sich im Laufe der Zeit als zu hoch erwiesen), sondern einfach als von Ulla Domke und Regine Töpfer organisiertem „Think and Do Tank für Führung und Selbstorganisation“.
Der ursprüngliche awisu-Unternehmer:innen-Kreis hat inzwischen einige personelle Veränderungen durchlaufen und wir haben ihn für Neumitglieder geschlossen.
Aber im Laufe der Zeit ist ein riesiger Wissens- und Erfahrungsschatz zum Thema „Führung und Selbstorganisation“ entstanden – den wir gerne mit allen teilen, die ebenfalls davon überzeugt sind:
Es geht auch anders!
Und zwar mit weit mehr Möglichkeiten, als es klassisch-hierarchische Kontexte bieten können.